Freimaurer - Loge St. Georg in Hamburg




Über das Leben von Carl von Ossietzky (1889-1938),
Hamburger Freimaurer seit 1919 (nach Wikipedia)

Ossietzky wurde von seinen Zeitgenossen als großartiger Stilist gewürdigt und verschiedentlich mit Voltaire oder sogar mit Heinrich Heine verglichen. Arnold Zweig schrieb über Ossietzkys Sprache:

"Sein bestes Porträt ist sein Stil. Sein klares und geschmeidiges Deutsch, das sicher sitzende Wort, der knappe und locker schwingende Rhythmus seiner Sätze, die geheime Ironie seiner Anspielungen, oft humorig überglänzt und der unerbittlich sitzende Florettstoß seines Angriffs".
Die nachfolgende Lebensbeschreibung ist Wikipedia entnommen und stark gekürzt.
Wer war er?
Carl von Ossietzky wurde 1889 in Hamburg geboren. Sein Vater arbeitete als Stenograph in der Anwaltskanzlei des Senators und späteren Hamburger Bürgermeisters Max Predöhl. 1891 verstarb der Vater. Senator Predöhl kümmerte sich um den kleinen Carl und sorgte dafür, dass er ab dem 7. Lebensjahr die renommierte Rumbaumsche Schule besuchen konnte. 1901 heiratete seine Mutter den Bildhauer und Sozialdemokraten Gustav Walther. Walther weckte Ossietzkys Interesse an der Politik. So besuchten sie gemeinsam Parteiveranstaltungen, auf denen der SPD-Vorsitzende August Bebel sprach, was einen nachhaltigen Eindruck bei Ossietzky hinterließ. Ossietzky versuchte nach dem achtjährigen Besuch der privaten Realschule und dem Besuch einer privaten Abendschule (Institut Dr. Goldmann) zweimal erfolglos, die staatliche Prüfung zur Mittleren Reife zu bestehen, und wurde zu einem dritten Versuch nicht mehr zugelassen. Im Alter von 17 Jahren bewarb er sich um eine Stelle bei der Hamburger Justizverwaltung. Nur der Intervention seines Fürsprechers Predöhl war es zu verdanken, dass er überhaupt zur Einstellungsprüfung zugelassen wurde. Schließlich war Ossietzky in der Warteliste für "anzustellende Hülfsschreiber" auf Platz eins vorgerückt und trat am 1. Oktober 1907 in den Justizdienst ein. 1910 wurde er aufgrund akzeptabler Leistungen in das Grundbuchamt versetzt.1911 sandte Ossietzky seinen ersten Beitrag bei der Wochenzeitung "Das freie Volk", dem Publikationsorgan der Demokratischen Vereinigung.

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1914 machte er auf eine für ihn ungewohnte Weise Bekanntschaft mit der Justiz: Aufgrund des Artikels "Das Erfurter Urteil" wurde er wegen "öffentlicher Beleidigung" angeklagt, weil er die damalige Militärjustiz zu stark kritisiert hatte. Die 200 Mark Geldbuße, zu der er verurteilt wurde, beglich seine Ehefrau Maud, die er am 19. August 1913 geheiratet hatte. Ossietzky hatte die Tochter eines britischen Kolonialoffiziers und Urenkelin einer indischen Prinzessin im Januar 1912 in Hamburg kennen gelernt. Maud Lichfield-Woods war damals in der englischen Frauemrechtsbewegung und unterstützte nach der Hochzeit die Pläne ihres Mannes, den Justizdienst zugunsten einer journalistischen Karriere aufzugeben. Im Januar 1914 reichte Ossietzky daher seine Kündigung ein. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde von Ossietzky zunächst als untauglich gemustert. Die kriegsbedingten Veränderungen innerhalb der Medien machten es ihm jedoch unmöglich, seinen Lebensunterhalt weiterhin als ein bis dato pazifistischer und militärkritischer Journalist zu verdienen. Daher kehrte er im Januar 1915 wieder in den Justizdienst zurück. Im Sommer 1916 wurde er schließlich doch noch eingezogen und als Armierungssoldat an dieWestfront geschickt.Nach Ende des Krieges kehrte Ossietzky nach Hamburg zurück, wo er ein weiteres Mal seinen Dienst bei der Justiz quittierte. 1919 wurde er in die Loge "Menschentum" aufgenommen.
Im März 1924 gründete Ossietzky gemeinsam mit dem Volkszeitungs-Redakteur Karl Vetter die Republikanische Partei Deutschlands (RPD). Ossietzky formulierte das Parteiprogramm, das von den Idealen der Märzrevolution von 1848 und der Novemberrevolution von 1918 getragen war. Mit dem vagen Konzept eines demokratischen Staatssozialismus unterschied sich die Partei sowohl von der SPD wie der KPD. Diese Position sollte Ossietzky bis zum Ende der Weimarer Republik nicht mehr aufgeben, womit er auf Distanz zu den beiden großen Parteien der Arbeiterbewegung blieb. Da die Partei in der Reichstagswahl von 1924 nur 0,17 Prozent der Stimmen und kein Mandat erhielt, wurde sie umgehend wieder aufgelöst.
Nach seinem erfolglosen Ausflug in die Parteipolitik kehrte Ossietzky nicht mehr zur "Volkszeitung" zurück. Nach einem Zwischenspiel als Redakteur der Zeitschrift "Das Tagebuch" war er 1925 entschlossen, zur "Weltbühne" zu wechseln. Tucholskys verwandte sich für ihn, im April 1926 erschien sein erster politischer Leitartikel. Ab 1927 war er gemeinsam mit Tucholsky Herausgeber der "Weltbühne". Diese behielt ihre Bedeutung als undogmatisches Forum der radikaldemokratischen, bürgerlichen Linken bei.

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In den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit geriet Ossietzky schließlich durch seine Anklage im sogenannten Weltbühne-Prozess. Der Artikel, der zu der Anklage geführt hatte, war bereits im März 1929 erschienen und hatte die verbotene Aufrüstung der Reichswehr aufgedeckt. Ende 1931 wurden Ossietzky und der Flugzeugexperte Walter Kreiser schließlich wegen Verrats militärischer Geheimnisse zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.
Wegen des berühmt gewordenen Tucholsky-Satzes "Soldaten sind Mörder" klagte man von Ossietzky ebenfalls an. Ein Gericht wertete im Juli 1932 diesen Satz jedoch nicht als Verunglimpfung der Reichswehr und sprach den bereits Inhaftierten von der neuen Anklage frei. Aufgrund einer Weihnachtsamnestie für politische Häftlinge wurde Ossietzky am 22. Dezember 1932 nach 227 Tagen Haft vorzeitig entlassen.
Als engagierter Pazifist und Demokrat wurde er am 28. Februar 1933 durch die Nationalsozialisten erneut verhaftet und im Gefängnis Berlin-Spandau interniert.
Bei den Bücherverbrennungen durch Studenten in Berlin und anderen Städten am 10. Mai wurde gegen Ossietzky und Tucholsky gehetzt: "Gegen Frechheit und Anmaßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky".
Von Spandau aus wurde Ossietzky am 6. April 1933 in das neu errichtete Konzentrationslager Sonnenburg bei Küstrin verschleppt. Dort wurde er ebenso wie die anderen Häftlinge schwer misshandelt.
Danach wurde er mit weiteren bekannten Häftlingen von Sonnenburg in das KZ Esterwegen im nördlichen Emslansd verlegt. Dort mussten die Gefangenen unter unerträglichen Bedingungen die dortigen Moore umgraben. Ende 1934 wurde der völlig abgemagerte Ossietzky in das Krankenrevier verlegt. Es kursiert das Gerücht, dass ihm in dieser Zeit Tuberkulosebakterien eingeimpft wurden. Im Herbst 1935 besuchte der Schweizer Diplomat Carl Jacob Burckhardt das KZ Esterwegen. Dabei gelang es ihm, auch Ossietzky zu treffen, den er anschließend als ein "zitterndes, totenblasses Etwas, ein Wesen, das gefühllos zu sein schien, ein Auge verschwollen, die Zähne anscheinend eingeschlagen" beschrieb.

Bereits 1934 stellten Ossietzkys Freunde Berthold Jacob in Straßburg und Kurt Grossmann in Prag im Namen der Deutschen Liga für Menschenrechte (deren Vorstand er von 1926 bis 1927 angehört hatte) den ersten offiziellen Antrag zur Ehrung Ossietzkys mit dem Friedensnobelpreis. Trotz der Mobilisierung der internationalen Öffentlichkeit scheute sich das Nobelpreiskomitee im Jahre 1935, den Preis an Ossietzky zu verleihen. Denn die nationalsozialistische Regierung hatte starken außenpolitischen Druck auf die norwegische Regierung ausgeübt. Daraufhin wurde der Preis für 1935 an keinen anderen Kandidaten vergeben.

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Die Kampagne ging im Jahre 1936 unvermindert weiter, was schließlich dazu führte, dass Ossietzky kurz vor den Olympischen Spielen 1936 schwerkrank aus dem KZ entlassen und in das Staatskrankenhaus der Polizei in Berlin verlegt wurde. Am 7. November 1936 wurde er offiziell aus der Haft entlassen und bezog zunächst ein Zimmer im Krankenhaus Westend, unter ständiger Bewachung der Gestapo. Trotz dieser Zugeständnisse hatte die internationale Kampagne, die in Norwegen von dem deutschen Emigranten Willy Brandt organisiert wurde, ihr Ziel inzwischen erreicht. Am 23. November 1936 wurde Carl von Ossietzky rückwirkend der Friedensnobelpreis des Jahres 1935 zugesprochen.
Der damalige preußische Ministerpräsident Hermann Göring drängte Ossietzky persönlich dazu, den Preis nicht anzunehmen. Doch vergeblich, Ossietzkys Antwort lautete:

"Nach längerer Überlegung bin ich zu dem Entschluß gekommen, den mir zugefallenen Friedensnobelpreis anzunehmen. Die mir von dem Vertreter der Geheimen Staatspolizei vorgetragene Anschauung, daß ich mich damit aus der deutschen Volksgemeinschaft ausschließe, vermag ich nicht zu teilen. Der Nobelpreis für den Frieden ist kein Zeichen des innern politischen Kampfes, sondern der Verständigung zwischen den Völkern".
Die Gestapo lehnte es ab, Ossietzky zur Entgegennahme des Preises nach Oslo reisen zu lassen. Hitler verfügte anschließend, dass in Zukunft kein Reichsdeutscher mehr einen Nobelpreis annehmen dürfe.

Wenige Tage nach der Verleihung des Nobelpreises wurde Ossietzky in das Krankenhaus Nordend (Berlin-Niederschönhausen) verlegt, da dort eine spezielle TBC-Abteilung existierte. Eine tragische Rolle spielte Ossietzky´s Frau Maud bei dem Versuch, das mit der Verleihung des Friedensnobelpreises verbundene Preisgeld sinnvoll anzulegen. Sie fiel dabei auf den Rechtsanwalt Kurt Wannow herein, der knapp 100.000 Reichsmark veruntreute.
Am 4. Mai 1938 starb Ossietzky im Krankenhaus Nordend an den Folgen der Tuberkulose. Er hinterließ seine Frau Maud und seine Tochter Rosalinde, die über England nach Schweden hatte emigrieren können.
Ossietzkys Grab - ein Ehrengrab der Stadt Berlin - wie auch das seiner Frau Maud befinden sich auf dem Friedhof 4 am Herthaplatz in Berlin-Niederschönhausen.

Abschließend Carl von Ossietzky selbst, zitiert aus dem Internet-Auftritt der Vereinigten Grossloge von Deutschland, Stand März 2009:

"Unser Geist ist dem Parteiwesen abgeneigt, weil in ihm die Entzweiung lauert. Und doch muss er sich gegen Tatsachen erheben. Er muss ein Empörer schlechthin sein, selbst dann, wenn er Ordnung schafft. Denn der Freimaurer begreift das Leben als eine Unordnung, der er ein Ende zu setzen hat. In der heutigen Welt aber braucht er sich keine große Mühe zu geben, um Anlässe für die praktische Betätigung seines Ordnungssinns zu finden. Der Schauplatz der Politik bietet ihm nicht enden wollenden Stoff."

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